wir
reden

Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

...weiterlesen

von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Leseshow, Literatur und Musik

16. Oktober

2026

19:00 Uhr

Aula Stadtteilzentrum Hamm-Norden, Sorauer Straße 14, 59065 Hamm

Hallelujah & Shalom: Lutz Debus & Holger Jenrich

Leonard Cohen (1934-2016) war vieles: Jude und Buddhist, Musiker und Schriftsteller, introvertierter Frauenschwarm und intellektueller Poet.

© Emanuela Danielewicz

Er schrieb und sang über Freiheit und Liebe, Tod und Religion. Und er schuf sehr beliebte Songs wie „Bird on a Wire“, „Suzanne“, „Hallelujah“. Leonard Cohen machte sich mit Gedichten und Romanen einen Namen. 1966 veröffentlichte er den Roman „Beautiful Losers“, der ein internationaler Bestseller wurde. Sein erstes Musikalbum veröffentlichte er im Jahr darauf, das ebenfalls internationale Erfolge feierte. In seiner 60-jährigen Karriere veröffentlichte er zahlreiche Gedichtsammlungen, Romane sowie 14 Studioalben.

Die Freunde Lutz Debus und Holger Jenrich präsentieren musizierend und erzählend das vielfältige Leben des kanadischen Sängers und Dichters. Lutz Debus ist Sozialpädagoge und Musiker aus Dortmund. Holger Jenrich ist Tageszeitungsredakteur, Buchautor und Publizist und lebt in Hannover und Lünen.

Die beiden Freunde kennen sich seit 47 Jahren und haben das Programm erstmals im Dezember 2023 in der Alten Synagoge Hohenlimburg aufgeführt. Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hagen hatte sie aus Anlass des Chanukka-Festes eingeladen. Seitdem gibt es regelmäßige Auftritte in den verschiedensten Orten.
Der Veranstaltungsraum ist barrierefrei zugänglich. Eine rollstuhlgerechte Toilette ist ebenfalls vorhanden.

Tickets können an der Abendkasse vom Stadtteilzentrum Hamm-Nord ab 18:30 Uhr erworben werden.

Veranstalter: Stadtteilzentrum Hamm-Norden, Stadtbüchereien Hamm

Lesung, Sonstiges

16. Oktober

2026

15:30 Uhr

Schul- und Stadtteilbibliothek Heißen, Schulzentrum Kleiststraße 50, 45472 Mülheim

LeseZeit Heißen

Jeden dritten Freitag im Monat findet ein buntes Geschichtenprogramm für Kinder zwischen 6 und 10 Jahren in Mülheim statt.

Wir laden Kinder zwischen 6 und 10 Jahren ein, mit uns gemeinsam eine Geschichte zu erleben und anschließend selbst kreativ zu werden. Jeden dritten Freitag im Monat um 15:30 Uhr.

Wir bitten um Anmeldung frühestens 14 Tage vor der Veranstaltung unter der Telefonnummer 0208 - 455 4167 oder vor Ort in der Schul- und Stadtteilbibliothek Heißen.

Veranstalter: Stadtbibliothek Mülheim an der Ruhr

Tickets in €: frei

Lesung und Gespräch

16. Oktober

2026

19:30 Uhr

literaturhaus.dortmund, Neuer Graben 78, 44139 Dortmund

Ronja von Rönne „Alles Liebe“

Sie zerstört. Sie rettet. Sie fehlt. Sie macht aus Opfern Täter: Die Liebe, die Lüge.

© dtv Verlag

Mit feinem Gespür und großer Intensität erschafft Ronja von Rönne ein Mosaik über Liebe als Behauptung und Wahrheit als Konstrukt.

Laura hat schon als Kind verstanden, wie Mitleid funktioniert. Barbara füllt ihr leeres Haus mit Versandhauskatalogen und einem Mann, den es nicht gibt. Heike sitzt seit dreißig Jahren in einem Haus, das ihrer Schwiegermutter gehört, und träumt von einem Garten, den sie nie haben wird. Christina verkleinert mit ihrer Kunst die Welt, weil sie sie sonst nicht aushält.

»Mit ihrem neuen Roman ist Ronja von Rönne der große Wurf geglückt: ›Alles Liebe‹ ist unterhaltsam, grausam und zwingend.« Arno Frank, DER SPIEGEL

Ronja von Rönne, geboren 1992, ist Schriftstellerin, Journalistin und Moderatorin. 2015 las sie beim Ingeborg-Bachmann-Preis. Von 2017 bis 2022 moderierte sie auf ›Arte‹ die Sendung ›Streetphilosophy‹. Ab Herbst 2023 ist sie in dem neuen Format ›Unhappy‹ zu sehen. Sie schreibt für ›Die Zeit‹ und ›Zeit Online‹. Ihr Roman ›Ende in Sicht‹ wurde zum von der Kritik gefeierten Bestseller.

Veranstalter: literaturhaus.dortmund

Tickets in €: 5,-

Alle Veranstaltungen

Neues im Magazin

Alle Beiträge

Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

hier entlang