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Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

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von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Lesung und Gespräch, Lyrik

23. Oktober

2026

19:30 Uhr

literaturhaus.dortmund, Neuer Graben 78, 44139 Dortmund

Gemeinsam übersetzen: Miaïna Razakamanantsoa und Clara Cosima Wolff „sterben unsterben“

Bei diesem letzten der drei Abende, die unsere Stadtbeschreiberin Clara Cosmina Wolff gestaltet, nimmt sie gemeinsames Übersetzen in den Fokus.

Foto © privat

Vor zwei Jahren gründeten Miaïna Razakamanantsoa und Clara Cosima Wolff das kolleginnen.kollektiv für gemeinsame Übersetzungen. Ihr erstes Vorhaben war die Übersetzung eines Langgedichts aus dem Französischen: „meurs ressuscite“ der Autorin Albane Prouvost (P.O.L., 2015). Hier im Literaturhaus findet nun die Buchpremiere ihrer Übersetzung mit dem Titel „sterben unsterben“ (KLAK Verlag) statt. In dem Buch geht es um veränderte Beziehungen von Mensch und Natur, Obstbäume und Gletscher – mit komischen Sprachumdrehungen, schwindelerregender Grammatik und liebevollen Seltsamkeiten.
Im Gespräch erzählen sie von den Freuden und Herausforderungen des kollektiven Übersetzens und der Besonderheit des Langgedichts, dem sie im Deutschen die Gattungsbezeichnung „Obstpoem“ gegeben haben.

Das kolleginnen.kollektiv ist ein interdisziplinäres Lyrikübersetzungs-Duo. Sie übersetzen aus dem Französischen und Englischen ins Deutsche, schreiben Lyrikkritiken zu Übersetzungen (lyrikkritik.de) und unterrichten zu kollektiven Übersetzungsformen. In Lesungen, Ausstellungen, Panel Diskussionen und Workshops präsentieren sie ihre Arbeit. Ihr Übersezungsdebüt „sterben unsterben“ (meurs ressuscite, Albane Provoust, P.O.L.), für das sie das Bode-Stipendium vom Deutschen Übersetzerfonds erhalten, erscheint im Herbst 2026 im Klak Verlag, Berlin.

Miaïna Razakamanantsoa (*1995 in Genf) schreibt mehrsprachige Lyrik und übersetzt zwischen den Sprachen Deutsch/Französisch/Englisch. Sie ist Teil des Kollektivs Recycler la droite und kolleginnen.kollektiv. Ihr französischsprachiges Lyrik- Debüt Les fables de la femme fontaine erscheint im Oktober 2026 bei Hello Editions. Ihre Texte werden in Anthologien, Zeitschriften, und Radiosendungen in der Schweiz, Deutschland und Kanada publiziert, u.a. in Bad Times Poetry (w_orten & meer), zwischentext, L’Épître, Femlu Mag und im Podcast du Plan Méduse. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin im Bereich Soziologie der Übersetzung untersucht sie in ihrer Dissertation den Verlags- und Marketingsprozess übersetzter Literatur.

Clara Cosima Wolff (*1993 in Hagen) schreibt Lyrik, Essays und Kritiken. Performances mit dem Kollektiv lyrika. Veröffentlichungen u.a. bei Sukultur, Bella Triste, Brache, Sprache im technischen Zeitalter, Ostragehege. Sie studierte Psychologie in Wien und Osnabrück sowie Literarisches Schreiben in Hildesheim und arbeitete im Projekt Poetry in the Digital Age der Uni Hamburg, wo sie ihre Dissertation zu barrieresensibler Lyrik schreibt. Ihr Übersetzungs-Debüt „sterben unsterben“ (meurs ressuscite, Albane Prouvost) mit dem kolleginnen.kollektiv erscheint im Herbst 2026 im KLAK Verlag. 2026 ist sie Stadtbeschreiberin in Dortmund und Stipendiatin im Künstlerhaus Edenkoben. 2026 Mitgründung von Letzter Verlag. Ihr Lyrikdebüt handreichung ist im Sommer 2026 bei kookbooks erschienen.

Veranstalter: literaturhaus.dortmund

Tickets in €: frei; mit Anmeldung

23. Oktober

2026

18:00 Uhr

Deutsches Bergbau-Museum Bochum, Europaplatz 1, 44791 Bochum

Holger Schmenk „Auf Kohle geboren“

Thrash-Metal-Legende trifft Ruhrpott-Geschichte: Der Autor Dr. Holger Schmenk stellt in einer Lesung mit dem Bandleader Tom Angelripper die offizielle Bandbiografie der Metalband SODOM vor.

Thrash-Metal-Legende trifft Ruhrpott-Geschichte: Der Autor Dr. Holger Schmenk stellt in einer
Lesung mit dem Bandleader Tom Angelripper die offizielle Bandbiografie der Metalband SODOM
vor. „Auf Kohle geboren“ erzählt vom Aufstieg eines Bergmannssohns aus Gelsenkirchen-Buer
vom Malocher zum Metal-Star – kompromisslos, laut und authentisch. Eine Zeitreise durch vier
Jahrzehnte Musikgeschichte, tief verwurzelt im Revier.

Eine Veranstaltung für Metal-Fans, Ruhrgebiets-Romantiker:innen und alle, die wissen wollen, wie
harte Musik und harte Arbeit zusammengehören. Diese Lesung beschäftigt sich vor allem mit der
„Witchhunter“-Ära.

Veranstalter: Deutsches Bergbau-Museum

Tickets in €: 12,-

Literatur und Musik

23. Oktober

2026

19:00 Uhr

Haus Wenge, Alekestr. 4, 44329 Dortmund

Leslie Sternenfeld „Mir ist komisch. Dann lach doch!“

Große Fragen brauchen phantastische Antworten, sonst suchen wir ein Leben lang den Sinn des Lebens – oder die zweite Socke. Mit Sternenfeld wird der Alltag satirisch und oftmals überirdisch.

Leslie Sternenfeld, Foto: Martin Bross

Leslies Leben findet auf und hinter der Bühne statt. Manchmal auch zu Hause, wenn er Geschichten schreibt oder den zweiten Socken sucht. Und so fragt er sich oft: Was kann phantastischer sein als ein Wäschestück, das er in die Waschmaschine geworfen hat und dann in Omas Musiktruhe wiederentdeckt? Wenn jemand nicht aus der Drehtür herausfindet – läuft‘s dann im Leben für ihn rund? Wer ist ein echter Weltmeister – der Torschütze im Endspiel oder ein Fan, der jahrzehntelang feiert? Große Fragen brauchen phantastische Antworten – sonst suchen wir ein Leben lang die zweite Socke. Oder den Sinn des Lebens. Oder ein Geschenk für die Schwiegermutter.

Leslie Sternenfeld reist in seinen Geschichten und Liedern immer wieder mit seinem Publikum aus dem Alltag in parallele Welten oder landet mit dem Überirdischen auf dem Boden der Tatsachen – denn es könnte doch alles auch ganz anders sein. Können könnte es.

Leslie Sternenfeld lebt als Musik-Kabarettist und Satiriker in Witten. Er studierte Schlagzeug, Klavier, Komposition sowie Chor- und Orchesterleitung und beherrscht diverse Instrumente, komponiert, arrangiert und inszeniert. Seit 2016 ist er künstlerischer Leiter von „Kultur auffem Hügel“ in Witten. Er steht als Solist mit phantastischem Musikkabarett auf der Bühne, aber auch in musikalisch-humoristischen Ensembles wie Luna und Latüchte, Partnerlausch, Twin Peak und Sternenkeim. Und er schreibt Geschichten: Soeben erschien sein erstes Buch beim OCM-Verlag, Dortmund.

Veranstalter: Melange e.V., Haus Wenge Lanstrop e.V.

Tickets in €: 15,-

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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