wir
lesen

Morgengrauen

Hinterm Haus
rumpelt die Zechenbahn
durch meine Kindheit
bringt Kohle zum Kanal
die Männer der Frühschicht
zum Schacht

Hinterm Pütt
fahren paar Bergleute
den schwarzen Weg
auf ihren Rädern
die andere Richtung
aus der Nacht

Henkelmann und Kaffeepulle
unterm Arm kommen welche
zu Fuß den Bahndamm entlang
hinterm Haus
steigt warm und rot
die Morgensonne auf

ich werde draußen spielen

von Gerd Puls

Aktuelle Veranstaltungen

Buchvorstellung, Gespräch, Lesung, Lesung und Gespräch

29. Mai

2026

19:30 Uhr

Nicolaihaus, Nicolaistraße 3, 59423 Unna

Denis Pfabe „Die Möglichkeit einer Ordnung“

Der Baumarkt als Mikrokosmos: Denis Pfabe nimmt uns mit an einen literarisch unverbrauchten Schauplatz und lässt im Banalen entlarvende Erkenntnis, im Vertrauten schrägen Witz aufblitzen.

Denis Pfabe, Foto: Allan Larsen

Levin Watermeyers Leben ist der Baumarkt. Schon immer arbeitet er dort, glaubt, alle Kolleg:innen und ihre Schrullen, ihre Intrigen gegen- und Affären miteinander zu kennen - und er ist zufrieden. Aber dann bekommt seine komfortable Welt Risse. Der Baumarkt soll expandieren, schluckt Konkurrenten, und die undurchschaubare Pina Sommerfeldt, die eigene Ziele verfolgt, muss eingearbeitet werden. Watermeyers Welt wankt, er beginnt, alles zu hinterfragen. Und da ist noch Gesine Wächter, die sich an Ruiz heranmacht, den Chef und Workaholic. Der erhöht beständig den Druck, um der Performance gerecht zu werden - bis Umweltschützer:innen auf dem Expansionsgelände ein Biotop der Gelbbauchunke vermuten. Mit dem Stillstand aller Pläne droht die Situation zu explodieren.

Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe der Fritz-Hüser-Gesellschaft e.V. anlässlich des 100. Geburtstags Max von der Grüns spricht Denis Pfabe mit Judith Merchant über sein neues Buch "Die Möglichkeit einer Ordnung" und die moderne Arbeitswelt.

Denis Pfabe erzählt mitten aus der Gegenwart: ein deutscher Mikrokosmos aus Kolleg:innen und Kund:innen, von der Flaute im Winter bis zum Trubel in der Saison. Menschen im Zeitalter der totalen Kommerzialisierung, der Konsum- und Smartmentalität und Hochskalierung von Geschäftsmodellen - ein Bild unserer Gesellschaft, packend, literarisch originell, zuweilen böse und sehr unterhaltsam.

Denis Pfabe, geboren 1986 in Bonn, ist gelernter Kaufmann im Einzelhandel und studierte Medienkommunikation und Journalismus in Köln. Er ist Absolvent der Bayerischen Akademie des Schreibens, war Stipendiat der Autorenwerkstatt Prosa am Literarischen Colloquium Berlin und erhielt das Arbeitsstipendium der Kunststiftung NRW. Denis Pfabe lebt in Bonn und fährt drei Tage die Woche Gabelstapler in einem Baumarkt. Sein hochgelobter Debütroman "Der Tag endet mit dem Licht" erschien 2018, "Simonelli" folgte 2021. Im Jahr 2024 erhielt er den Deutschlandfunkpreis bei den 48. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt.

Judith Merchant ist Literaturwissenschaftlerin und Autorin aus Bonn. Für ihre Kurzgeschichten wurde sie zweimal mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet. Nach der Veröffentlichung ihrer Rheinkrimi-Serie erschein 2019 ihr Thriller "ATME!" und wurde zum Bestseller, 2021 folgte "SCHWEIG!".

Da die Plätze begrenzt sind, wird um vorherige Anmeldung gebeten: Tel.: (02303) 96 38 50, E-Mail: info@wlb.de

Veranstalter: Westfälisches Literaturbüro in Unna e.V., Fritz-Hüser-Gesellschaft e.V.

Tickets in €: frei | Pay what you want

Lesung und Gespräch

29. Mai

2026

19:30 Uhr

literaturhaus.dortmund, Neuer Graben 78, 44139 Dortmund

Thomas Nicolai „Maulberg“

Zum 400-jährigen Dorfjubiläum von Maulberg in Nordsachsen soll es mit TV-Programm, Ostprodukten und vielem mehr zurück in die DDR gehen. Doch das Experiment läuft aus dem Ruder.

Buchcover vom Satyr Verlag

Ein Dorf in Nordsachsen spielt noch einmal DDR, für einen Monat und mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Eine satirische Farce gegen unkritische Ostalgie, wie sie aktueller kaum sein könnte. Deutschland im Jahr 2016. Das Dortmunder Ehepaar Beate und Peter Sendler, beide Mitte fünfzig (sie: frustrierte Erzieherin, er: erfolgloser Dokumentarfilmer), zieht ins sächsische Dorf Maulberg und erlebt dort nicht nur eine friedliche Idylle des Miteinanders, sondern auch die Sehnsucht vieler Bewohner nach der "guten alten" DDR. Dass ausgerechnet der Zugezogene die Idee hat, ist für die Maulberger schwer zu akzeptieren, doch der Gedanke ist zu verlockend: Zum 400-jährigen Dorfjubiläum beschließt der Ort ein Experiment: vier Wochen lang zurück in die DDR – mit allem Drum und Dran: altem TV-Programm, Ostprodukten im Supermarkt, der natürlich wieder »Kaufhalle« heißt, mit Pioniertüchern und Republikgeburtstag. Doch das Experiment läuft aus dem Ruder, denn die Maulberger in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.

Veranstalter: literaturhaus.dortmund

Tickets in €: 5,- / frei (erm.)

Lesung und Gespräch, Literatur und Musik

29. Mai

2026

19:30 Uhr

Haus Schulte-Witten, Wittener Str. 3, 44149 Dortmund

Wortrevue: Umstrittene Werke der Weltliteratur

Über Zensur und Gedankenfreiheit: Schauspielerin Claudia Gahrke und Pianist Marius Pietruszka erzählen faszinierende Geschichten zu einstigen Skandalbüchern und ihren Verfassern.

Marius Pietruszka, Claudia Gahrke

Galileo Galilei und Gustave Flaubert haben etwas gemeinsam: Ihre Bücher beschäftigten die Zensoren und Sittenwächter. Nachdem Galileo Galilei festgestellt hatte, dass "die Erde sich bewege und nicht der Mittelpunkt der Welt sei", wurde der Astronom von der Inquisition der Ketzerei bezichtigt und dessen Schriften verboten. Gerichtstermine, Verkaufsverbote... so erging es über die Jahrhunderte auch vielen anderen Autorinnen und Autoren. Je nach Zeitgeist griffen die vermeintlichen Hüter von Sitte und Anstand ein, um die Verbreitung unliebsamer Gedanken zu verhindern und deren Verfasser zum Verstummen zu bringen. Doch sie bewirkten das Gegenteil: Die Bücher wurden heimlich gelesen und schließlich Kult. So zählt Flauberts "Madame Bovary" bis heute zu den großen, emanzipatorischen Werken der Weltliteratur.

Ein Abend über Zensur und Gedankenfreiheit: In dieser musikalischen Wortrevue greifen die Schauspielerin Claudia Gahrke (Wortrevue-Girl) und der Pianist Marius Pietruszka (Experte am Flügel) in den „literarischen Giftschrank“ und erzählen faszinierende Geschichten zu einstigen Skandalbüchern und ihren Verfassern. Mit Texten von Bret Easton Ellis, Loriot, Charles Baudelaire, Vladimir Nabokov, Gustave Flaubert, Salman Rushdie, Thomas Bernhard, u.a.

Wegen begrenzter Platzanzahl ist eine Voranmeldung erforderlich:
Per Mail schultewittenhaus@stadtdo.de oder telefonisch 0231 5023 237

Veranstalter: Stadt- und Landesbibliothek Dortmund

Tickets in €: frei

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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