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Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

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von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Leseshow

01. September

2026

18:00 Uhr

Zeltfestival Ruhr, Kemnader See, Querenburger Str. 35, 58455 Witten

AUSVERKAUFT! TresenLesen: Anderntags nach Andernach – Mit TresenLesen durch die Zeit, Teil 1: 1992 bis heute

Das Kabarettduo bestehend aus Frank Goosen und Jochen Malmsheimer kommt mit seinem Programm zurück an den Tresen.

Jochen Malmsheimer und Frank Goosen, Foto: Malmsheimer

Jochen Malmsheimer und Frank Goosen kehren in ihrer Entität als Tresenlesen zurück auf die Bühnen dieses Landes, das in ihrer Abwesenheit die Währung gewechselt und auch sonst einige Dummheiten angestellt hat. Und wieder sitzt der glücklose König Edward, der vierte Steward auf dem Thron seiner Väter in der großen Halle, immer noch geht es beim Spiel Partisan Stollenterror gegen Wacker Wermelskirchen im Lambert-Hamel-Stadion zu Zweilütschinen hoch her, während der Borderline-Service weiterhin im More-Miles-Muffin-Modus angeboten wird und so mancher Kleiderschrank seines Aufbaus harrt. Die Herren werfen erinnerungsumflort manchen Blick zurück und vielleicht auch gegenwartsbesessen einen oder zwei seitwärts oder zukunftsfroh nach vorne, denn das Auge liest bei Günther würdevoll und preiswert mit. Seltsam? Aber so steht es geschrieben. Und zwar hier. Und jetzt werden wir alle Schweden. Omen!

Veranstalter: Zeltfestival Ruhr

Tickets in €: 42,50

Kinder- und Jugendbuch

01. September

2026

16:00 Uhr

Lebendige Bibliothek, Böckenhoffstr. 12a, 46236 Bottrop

Vorlesestunde in gemütlicher Runde

Ehrenamtliche Vorlesepaten lesen Kindern ab 3 Jahren lustige und spannende Geschichten vor. Dadurch wird der Wortschatz erweitert, die Fantasie beflügelt und die Neugier geweckt.

Grafik: Lebendige Bibliothek

Ehrenamtliche Vorlesepaten lesen Kindern ab 3 Jahren lustige und spannende Geschichten vor. Dadurch wird der Wortschatz erweitert, die Fantasie beflügelt und die Neugier geweckt.

Veranstalter: Lebendige Bibliothek Bottrop

Tickets in €: frei

Lesung und Gespräch

01. September

2026

19:30 Uhr

LeseRaum in der Akazienallee, Am Handelshof 1, 45127 Essen

Judith Schalansky „Marmor, Quecksilber, Nebel“

Judith Schalansky verfolgt in ihren sprachmächtigen Essays die weltweite Spur des Marmors, erzählt von Mythen und Material und entdeckt auch die Schattenseiten des weißen Goldes.

Judith Schalansky, Foto: Jürgen Bauer

Es beginnt nicht mit einem weißen Blatt, sondern mit einem weißen Block, einem fast 27 Tonnen schweren Ungetüm aus massivem Marmor. Noch Monate nach der verhängnisvollen Begegnung auf einer Fähre vor der Insel Thassos lässt der Stein Judith Schalansky nicht los und führt sie auf eine schneeweiße Fährte in die Marmorbrüche und Bildhauerei-Ateliers, durch die dunkle, oft gewalttätige Geschichte von Materialgewinnung und Weltaneignung. Ein Workshop an der Kunsthochschule von Guadalajara wiederum gerät zu einer tollkühn-quecksilbrigen Performance als Apologetin der Buchkultur. Und die Rekonstruktion einer lang zurückliegenden Besteigung des meist nebelverhangenen Brockens verdichtet sich zu einer Enzyklopädie der Undurchsichtigkeit, die das Erhellende im Ungewissen sucht.

Wie immer bei Judith Schalansky geht es in ihrem neuen Buch um alles: den Nährwert von Marmorschweinen, das Gewicht der Erde, den Belegungsplan der Arche Noah, die Wahrhaftigkeit mexikanischen Wrestlings oder das Brockengespenst – um Phänomene also, in denen sich die widerspenstige Wirklichkeit spiegelt und vervielfacht. Ihre drei windungsreichen, immer überraschenden Texte, mal Essay, mal Erzählung, erkunden mit spielerischer Präzision die materiellen Bedingungen des Lebens und nicht zuletzt des eigenen Schreibens.

Moderation: Hanna Engelmeier, KWI Essen

Karten in der Buchhandlung Proust oder über den Ticketlink erhältlich.

Eine Veranstaltung
im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!

Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung

Veranstalter: Literarische Gesellschaft Ruhr e.V. , Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI)

Tickets in €: 15.- / € 10.- (erm.)

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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