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Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

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von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Bild und Text, Buchvorstellung, Lesung

09. April

2026

19:30 Uhr

Stadtbibliothek Hattingen, Reschop Carré 1, 45525 Hattingen

Nicola Haardt „Ost-Erfahrung“

Nicola legt 20.000 km auf dem Rad zurück und erzählt nun von ihrem Abenteuer zwischen sibirischer Tiefebene und dem Hochgebirge Zentralasiens, einsamer Lagerfeuerromantik und Gastfreundschaft.

Mit dem Rad von Bochum zum Baikal. Lange war es nur ein Traum, dann packte Nicola Haardt ihr Fahrrad und fuhr los – immer gen Osten. Ihr Ziel ist der Baikalsee, mehr als 6.000 km Luftlinie von ihrer Heimat entfernt. Ihr Weg führt sie durch Europa über den Ural bis nach Sibirien und Zentralasien. Ein halbes Jahr lang radelt Nicola Haardt durch Osteuropa, das Baltikum und Russland, bis sie den Baikal erreicht. Überwältigt entscheidet sie spontan, dort in Sibirien zu überwintern, bevor sie über die Stan-Staaten den Rückweg antritt. Letztendlich ist sie 1 ½ Jahre unterwegs, legt 20.000 km auf dem Rad zurück.
Humorvoll erzählt sie von unerträglicher Hitze in der Wüste Usbekistans bis zur sibirischen Taufe im Eiswasser, von kurzen Begegnungen am Straßenrand bis hin zum persönlichen Klavierkonzert auf der Datscha.

Lesung mit Bilderschau zum 10. Hattinger Fahrradfrühling.
Karten an der Abendkasse oder im Vorverkauf in der Stadtbibliothek Hattingen.

Veranstalter: Stadtbibliothek Hattingen

Tickets in €: 5,-

Buchvorstellung, Lesung und Gespräch

09. April

2026

20:00 Uhr

Eine gute Adresse, Bochumer Straße 100, 45886 Gelsenkirchen

Sophia Merwald „Sperrgut“

Sophia Merwalds Debüt erzählt von der Lusthansa, einem Haus auf einer Industriebrache, das ein Zuhause für Frauen wird, die keines haben. Dort formt sich eine neue Drei-Generationen-Gemeinschaft.

Sophia Merwald, Gelsenkirchens writer-in-residence 2025, präsentiert im Gespräch mit Lukas Hermann (readymade books) ihren Debütroman.

Das Lusthansa ist ein Haus, das atmet. Es erzählt von einer Familie, die weder Zeit noch Orte trennen. Kindheit existiert neben Adoleszenz, Lust neben Kummer. Kristalloma ist die Hausherrin dieser Gemeinschaft: Bruno, der stets an ihrer Seite wacht; Stevie und Maj, zwei Frauen, die sich so luftig wie abgründig lieben; Stevies Vater, der langsam seine Erinnerungen verliert, und seine Frau Linde, die trotzdem da ist. Die sechs machen Feuer, trainieren ihre Muckis, essen Paprikasuppe und sorgen füreinander, wie es niemand sonst tut. Bis die angrenzende Stadt einen Abrissbescheid schickt und die Welt gewaltsam ins Lusthansa eindringt.

Sophia Merwald, geboren 1998, studierte Journalistik sowie Film- und Medienkultur-Forschung und arbeitet als freie Journalistin. "Sperrgut" ist ihr erster Roman, für den sie bereits vor Erscheinen mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde, u.a. dem Alfred-Döblin-Preis. Sie lebt und arbeitet in München, verbrachte zuletzt einige Monate als writer-in-residence in Gelsenkirchen.

Reservierung über den Ticketlink möglich.

Die Veranstaltung wird ermöglicht durch eine Unterstützung der Gelsenwasser Stiftung, der Stadt Gelsenkirchen und der SEG Gelsenkirchen.

Veranstalter: readymade.books

Tickets in €: frei

Lesebühne, Poetry Slam

10. April

2026

19:00 Uhr

literaturhaus.dortmund, Neuer Graben 78, 44139 Dortmund

Spruchreif

Der Wohnzimmerslam e.V. präsentiert: Eine literarische Wundertüte mit Wohlfühl-Faktor. Auf dieser Lesebühne wird in entspannter Atmosphäre geslammt - mit oder ohne Bühnenerfahrung.

Veranstaltungsbild: literaturhaus.dortmund

Spruchreif geht in die 2. Runde! Das Team im literaturhaus.dortmund freut sich, auch dieses Jahr den Wohnzimmerslam e.V. und seine illustren Gäste begrüßen zu dürfen. Ob auf der Bühne oder im Publikum: bei Spruchreif ist jede:r willkommen! Geboten wird eine literarische Wundertüte mit Wohlfühl-Faktor. Ein gemütlicher Abend für alle, die Lust auf Kunst, Kultur und Interaktion ohne Konkurrenzdenken haben. Eine wunderbare Gelegenheit, neue Talente kennenzulernen, Bühnenerfahrung zu sammeln und gemeinsam beherzt zu improvisieren.

Veranstalter: literaturhaus.dortmund

Tickets in €: 5,- / frei (erm.)

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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