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Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

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von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Sonstiges

05. November

2026

11:00 Uhr

uzwei im Dortmunder U, Leonie-Reygers-Terrasse, 44137 Dortmund

Ausstellung Sprechblase: Eine Comic – Feedbackrunde

Die Sprechblase ist eine regelmäßige Comic-Feedbackrunde für Comic- und Mangaschaffende aus dem Ruhrgebiet und Umgebung.

©Jacqui Mundri

Die Sprechblase ist eine regelmäßige Comic-Feedbackrunde für Comic- und Mangaschaffende aus dem Ruhrgebiet und Umgebung, die sich einmal im Monat in Dortmund trifft, um ihre laufenden Projekte vorzustellen, darüber zu sprechen und sich gegenseitig Feedback zu geben.

In der Ausstellung sind die unterschiedlichsten Werke von Teilnehmenden der Sprechblase zu sehen: von einzelnen Seiten und Illustrationen bis hin zu größeren Comicprojekten. Einige Arbeiten sind als gedruckte Zines zu entdecken, die vor Ort gelesen werden können. Auf einem Bildschirm werden zudem weitere Comics und Projekte präsentiert.

Die Ausstellung zeigt, wie vielfältig grafisches Erzählen sein kann und wie aus regelmäßigem Austausch, Feedback und gemeinsamem Arbeiten neue Ideen entstehen

Veranstalter: schauraum: comic + cartoon

Tickets in €: frei

Lesung, Lesung und Gespräch

05. November

2026

18:00 Uhr

Fritz Bauer Forum, Feldmark 107, 44803 Bochum

Hermann Simon „Untergetaucht. Eine junge Frau überlebt in Berlin 1940-1945“

Die Verhaftung durch die Gestapo steht unmittelbar bevor. Marie Jalowicz ist 20 Jahre alt und taucht unter.

Über fünfzig Jahre danach erzählt sie erstmals auf 77 Tonband-Kassetten ihre ganze Geschichte und was es heißt, sich drei lange Jahre Tag für Tag in Nazi-Berlin durchzuschlagen. Marie Jalowicz greift nach jedem Strohhalm. So fährt sie zum Beispiel nach Bulgarien, um von dort nach Palästina zu fliehen, wird denunziert und muss nach Berlin zurückkehren. Es folgt eine fast ununterbrochene Odyssee durch ihre Geburtsstadt – dutzende Unterkünfte, ein falscher Name, falsche Haarfarbe, falsche Geschichten. Ihre Quartiergeber und Helfer sind Toilettenfrauen, Passfälscher, Konsularbeamte, Zirkusartisten, Kommunisten, Einbrecher, einfache Leute, die sie zum Familienmitglied erklären. Jede Zeile ein Zeugnis dafür, wie dicht Gut und Böse beieinander liegen.

Ihr Sohn, der Historiker und Gründungsdirektor der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, Hermann Simon, berichtet über seine Mutter.

Veranstalter: Fritz Bauer Forum

Tickets in €: frei

Sonstiges

05. November

2026

18:00 Uhr

Seniorenresidenz Augustinum Dortmund, Kirchhörder Str. 101, 44229 Dortmund

Eröffnung: Lotte & Aris humoristisches Zeichenkabinett

Vernissage mit Charlotte Wagner und Ari Plikat.

© Ari Plikat

Was haben ein Besuch beim Frisör, beim Zahnarzt, im Restaurant oder einem ganz anderen Ort gemeinsam? Sie sind Bühne und Schauplatz der humorvollen Bilder von Charlotte Wagner und Ai Plikat. Die beiden Dortmunder Künstler, die sich der humoristischen Kunst verschrieben haben, stellen sich und ihre Werke im Augustinum Dortmund vor.

Ari Plikat, Jahrgang 1958, wurde in Lüdenscheid geboren. Nach seiner Ausbildung zum Grafiker in Hagen studierte er Visuelle Kommunikation in Leeds und Dortmund. Seitdem arbeitet er in Dortmund freiberuflich und zeichnet Illustrationen, Cartoons, komische Bilder, Drucke und Bücher. Seine Cartoons erscheinen unter anderem in Titanic, taz, Stern, Eulenspiegel, Trailer, Strapazin, FAZ, Raben-Kalender, Spiegel Online und U-Comix. Mit seinem zeichnerischen Blick auf den Alltag und menschliche Verhaltensweisen verbindet Plikat pointierte Beobachtungen mit einem ausgeprägten Sinn für Komik.

Lotte Wagner, ist geborene Dortmunderin. Sie studierte in Dortmund und Bergen Desing und illustriert Bücher, Zeitungskolumnen und Spiele für verschiedene Verlage. Ihre lustigen Figuren finden sich in unter anderem in vielen Wimmelbüchern.

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Schauraum: comic +cartoon der Stadt Dortmund im Rahmen der 5. Comic Lesewoche veranstaltet.

Sie ist bis zum 15. Januar 2027 im Augustinum Dortmund zu sehen.

Veranstalter: schauraum: comic + cartoon

Tickets in €: frei

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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