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Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

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von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Workshop/Seminar

11. April - 12. April

2026

11. April 2026 ab 10:00 Uhr

12. April 2026 bis 17:00 Uhr


Figurentheater-Kolleg, Hohe Eiche 27, 44892 Bochum

Workshop: Lebendiges Märchenerzählen mit der Methode der Lemniskate

In diesem Kurs wird spielerisch die Methode der Lemniskate an verschiedenen kleinen Märchen geübt. Praxisübungen überwiegen den theoretischen Teil.

In diesem Kurs wird spielerisch die Methode der Lemniskate an verschiedenen kleinen Märchen geübt. Praxisübungen überwiegen den theoretischen Teil. Mit Veronika Uhlrich.
Lebendiges Erzählen lässt im Kopf Bilder entstehen, innere Bilder wecken ihrerseits die Emotionen bei den Zuhörenden. Durch Betonung, Rhythmus und Stimme entwickelt sich die Melodie des Textes. So wird das Erzählen lebendig und der/die Zuhörende erlebt die Geschichte mit.

Vilma Mönckeberg entwickelte die Methode der Lemniskate. Diese ist ein Handwerkzeug, mit dem die Betonung, die Gestaltung der Spannungsbögen und die Tonalität der einzelnen Figuren entwickelt werden können.

Veronika Uhlrich (*1967) ist Geografin, Medienwirtschafterin und Erzählerin. Seit 1998 in der Erwachsenenbildung tätig, zuerst als Trainerin im Medienbereich, später mit den Themen Märchenerzählen, Märchenkunde, Vorlesen für Menschen mit Demenz. Erlernte das freie Erzählen am Figurentheater-Kolleg, Bochum. Zusätzliche Weiterbildungen über Märchenkunde und die Kunst des Erzählens bei der Europäischen Märchengesellschaft (EMG). Seit 2011 auf der Liste der von der EMG empfohlenen Erzählern (Gilde). Co-Autorin von "Märchen für Menschen mit Demenz" (Vincentz-Verlag, 2016). Arbeitet als freischaffende Dozentin in Firmen, pädagogischen Einrichtungen und Weiterbildungsinstituten.

Veranstalter: Figurentheater-Kolleg Bochum

Tickets in €: 152,-

Leseshow

12. April

2026

11:00 Uhr

Pulsschlag Bürgerhaus Dorstfeld, Vogelpothsweg 15, 44149 Dortmund

Stefan Keim „Ritter, Reime und Romanzen“ – Ein Heinz-Erhardt-Abend

Stefan Keim bringt Erhardt zurück ins Bühnenleben. Die berühmten Klassikerparodien wie Goethes "König Erl" oder Schillers "Apfelschuss" sind ebenso zu hören wie lockere, wortwitzige Plaudereien.

Stefan Keim, Foto: Meike Bolte

„Alles im Leben geht natürlich zu. Nur meine Hose geht natürlich nicht zu. Kaum einer verstand sich so auf das selbstironische Spiel mit der deutschen Sprache wie Heinz Erhardt. Das Komikeridol der Wirtschaftswunderzeit war nie verletzend. Sein Humor blieb immer menschenfreundlich, und wenn er mal schwarze Töne anschlug, geschah das mit einem Augenzwinkern.

Stefan Keim bringt den 1979 verstorbenen Erhardt zurück ins Bühnenleben. In "Ritter, Reime und Romanzen" sind die berühmten Klassikerparodien wie Goethes "König Erl" oder Schillers "Apfelschuss" ebenso zu hören wie lockere, wortwitzige Plaudereien, sogar eine ganze Oper, Heinz Erhardts Version der "Carmen", bleibt dem Publikum nicht vorenthalten. Keim verwandelt sich stimmlich und optisch in Heinz Erhardt und singt auch einige der bekanntesten Chansons wie "Fräulein Mabel" und "Linkes Auge blau".
Der Abend soll nicht nur den Menschen und Komiker Heinz Erhardt auferstehen lassen, sondern seine spezielle Sprachakrobatik fortführen, die Kunst des Kalauers für unsere heutige Zeit weiterdenken. Schließlich war Heinz Erhardt – mit heutigen Worten beschrieben – der erste deutsche Standup-Comedian.

Stefan Keim ist Autor, Journalist, Moderator und Schauspieler. Seine kabarettistischen Auftritte führten ihn zu über hundert verschiedene Kleinkunst-Bühnen im gesamten Bundesgebiet.

Vorverkauf: Das Café, Tel.: 02305/6957959

Veranstalter: Melange e.V.

Tickets in €: 15,-

Lesung und Gespräch, Literatur und Musik

12. April

2026

19:00 Uhr

Gdanska Konzertsaal, Altmarkt 3, 46045 Oberhausen

ABGESAGT! Charlotte Brandi „Fischtage“

Ein bemerkenswertes Romandebüt über das Erwachsenwerden: Schnoddrig, schräg und lebensklug erzählt es von Ella (16), die sich allein mit zu viel Mut auf die Suche ihres verschwundenen Bruders macht.

Brandi Charlotte, Foto: Helen Sobrialski

Das Romandebüt der gefeierten Musikerin Charlotte Brandi: Ein Roadtrip mit sehr direkter Sprache. Die sechzehnjährige Ella lebt in Dortmund und hat beschlossen, keine Freundschaften mehr zu führen. Zu groß ist die Angst, dass sie andere Menschen durch ihre Wutanfälle vergrault. Die Ehe ihrer Eltern ist am Boden, und auch zu ihren zwei Geschwistern findet Ella keinen Zugang. Ihr einziger Vertrauter war stets der alte Eckard, ein Nachbar der Familie, der Ella kurz vor seinem Tod einen singenden Plastikfisch vermacht. Als ihr jüngerer Bruder Luis verschwindet, macht sich Ella mit dem Fisch auf die Suche und begibt sich in große Gefahr – ausgestattet mit einer Aldi-Tüte, zu viel Mut und zu wenig Angst.
Passend zu den Lesestellen singt Charlotte Brandi eigene Songs und begleitet sich am Flügel.

Charlotte Brandi, 1985 geboren, wuchs in Dortmund auf. Sie arbeitete zunächst als Theatermusikerin und wurde der Öffentlichkeit als Teil des Duos Me & my Drummer bekannt. Derzeit macht sie mit ihren Soloplatten Furore und ist Teil der Gruppe "Die Benjamins", mit Annette Benjamin und Drangsal.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit Indie-Radar-Ruhr.

Veranstalter: Literaturhaus Oberhausen, Indie-Radar-Ruhr

Tickets in €: 20,- / € 5,- (unter 20 J.) + VVK-Gebühr

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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