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Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

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von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Lesung und Gespräch

09. Juni

2026

19:30 Uhr

LeseRaum in der Akazienallee, Am Handelshof 1, 45127 Essen

Cécile Wajsbrot „Offener Himmel“

Cécile Wajsbrots vielstimmige Erzählung beleuchtet den Menschheitstraum vom Fliegen als Trauma: Ein mysteriöser Flugzeugabsturz trennt die Erzählerin von einem geliebten Menschen.

Cécile Wajsbrot, Foto: privat

Cécile Wajsbrots neuer Roman handelt vom Fliegen, vom Fallen und von Flugwesen aller Art. In die vielstimmige Erzählung eingewoben ist zunächst der Menschheitstraum vom Fliegen. Wovon träumen wir, wenn wir vom Fliegen träumen? Falls wir vom Fliegen träumen? Tatsächlich fliegt zumindest eine der Figuren des Romans überhaupt nicht gerne. Sie hat Angst vor Flugreisen und zieht dem Flugzeug bei weitem das Reisen mit der Bahn vor. Fliegen als Albtraum, als Schatten der Vergangenheit, als das traumatische Erlebnis eines Kindes, dem ein geliebter Mensch – in diesem Fall durch einen mysteriösen Flugzeugabsturz – genommen wurde.
Der Roman verarbeitet auf diese Weise Themen und Strukturen, die Wajsbrots Werk, das im Spannungsfeld von Sprach- und Geschichtserfahrung angesiedelt ist, insgesamt prägen. Besonders eindrücklich ist dabei einmal mehr die erzählerische Stimmenvielfalt, durch die hier dem Albtraum vom Fallen Lichtgestalten mit und ohne Flügeln entgegentreten.

Diese Stimmenvielfalt wollen Stephanie Bung und Veronika Stritzke im Gespräch mit Cécile Wajsbrot hervorheben und sie in einer zweisprachigen gemeinsamen Lesung zu Gehör bringen.

Cécile Wajsbrot hat seit ihrem literarischen Debut im Jahr 1982 zahlreiche Romane, Erzählbände, wissenschaftliche Essays und literarische Übersetzungen (u.a. von Peter Kurzeck) veröffentlicht. Zuletzt, im Jahr 2024, erschienen sowohl ihre gesammelten Essays als auch ihr jüngster Roman, Plein ciel, der seit Februar 2026 unter dem Titel "Offener Himmel" auch in deutscher Übersetzung von Holger Fock und Sabine Müller vorliegt.

Karten in der Buchhandlung Proust erhältlich.

Eine Veranstaltung im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung

Veranstalter: Literarische Gesellschaft Ruhr e.V. , Universität Duisburg-Essen

Tickets in €: 15.- / € 10.- (erm.)

Kinder- und Jugendbuch

09. Juni

2026

16:00 Uhr

Lebendige Bibliothek, Böckenhoffstr. 12a, 46236 Bottrop

Vorlesestunde in gemütlicher Runde

Ehrenamtliche Vorlesepaten lesen lustige und spannende Geschichten vor. Dadurch wird der Wortschatz erweitert, die Fantasie beflügelt und die Neugier auf Neues geweckt. Für Kinder ab 3 Jahren.

Lebendige Bibliothek

Dadurch wird der Wortschatz erweitert, die Fantasie beflügelt und die Neugier auf Neues geweckt.

Veranstalter: Lebendige Bibliothek Bottrop

Tickets in €: frei

Lesung und Gespräch

09. Juni

2026

19:30 Uhr

literaturhaus.dortmund, Neuer Graben 78, 44139 Dortmund

Rieke Havertz „Goodbye, Amerika?“

Die langjährige USA-Expertin Rieke Havertz teilt in ihrem Buch eine persönliche Reise durch Erinnerungen, amerikanische Ambivalenzen und ein sich veränderndes Land, das uns doch alle betrifft.

Buchcover: Aufbau Verlag

Ein Präsident, der offen die Verfassung angreift, das Oval Office als Gefälligkeitsbörse, das transatlantische Bündnis in der Krise. Schon im ersten Jahr von Donald Trumps zweiter Amtszeit ist klar, dass diese vier Jahre nicht einfach unbeschadet ausgesessen werden können. Vielmehr stehen wir vor der grundlegenden Frage: »Goodbye, Amerika?«, die Trump uns aufgezwungen hat.

Die langjährige USA-Expertin Rieke Havertz lädt uns ein in ihr Amerika. Auf eine persönliche Reise durch Erinnerungen, amerikanische Ambivalenzen und ein sich veränderndes Land, das uns doch alle betrifft. Immer mit der Hoffnung, dieses streitbare, entnervende, wunderbare, aufregende Land nicht aufgeben zu müssen. Anne Hull, Pulitzer-Preis-Gewinnerin und langjährige Journalistin für die Washington Post schreibt: „Rieke Havertz kennt Amerika besser als die meisten Amerikaner. Ihre Stimme ist entscheidend, um uns dieses tief gespaltene Land näherzubringen.“

Rieke Havertz ist internationale Korrespondentin bei der ZEIT und seit 2020 Co-Host des Podcasts OK, America? Sie hat in Leipzig und an der Ohio University Journalismus und Amerikanistik studiert.

Eintritt frei, um Anmeldung über den Ticketlink wird gebeten.

Veranstalter: literaturhaus.dortmund

Tickets in €: frei

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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