wir
lesen

Morgengrauen

Hinterm Haus
rumpelt die Zechenbahn
durch meine Kindheit
bringt Kohle zum Kanal
die Männer der Frühschicht
zum Schacht

Hinterm Pütt
fahren paar Bergleute
den schwarzen Weg
auf ihren Rädern
die andere Richtung
aus der Nacht

Henkelmann und Kaffeepulle
unterm Arm kommen welche
zu Fuß den Bahndamm entlang
hinterm Haus
steigt warm und rot
die Morgensonne auf

ich werde draußen spielen

von Gerd Puls

Aktuelle Veranstaltungen

Lesung und Gespräch

29. September

2026

19:30 Uhr

literaturhaus.dortmund, Neuer Graben 78, 44139 Dortmund

Premierenlesung: Sarah Meyer-Dietrich „Tamara, bei Licht betrachtet“

Marie verfolgt nach dem Suizid ihrer Mutter Tamara ihre Spuren zwischen Ruhrgebiet und Berlin, in der Hoffnung, zu begreifen, warum ihre Mutter die Familie damals so früh verließ.

Buchcover: HarperCollins

Marie hat sich mit ihrem Mann und ihrer Tochter ein Stück Heimat erschaffen. Der selbst gewählte Tod Tamaras bringt jedoch alles ins Wanken. Schon früh war Maries Mutter vor allem abwesend. Die Künstlerin zog es nach Berlin, wo sie schließlich blieb – weit weg von der Familie im Ruhrgebiet. Nun ist es für Marie an der Zeit, den Entscheidungen ihrer Mutter auf den Grund zu gehen, um in ihrer eigenen Mutterrolle anzukommen. Sie reist von der Lausitz nach Berlin und Gelsenkirchen und stellt fest, dass sie mehr mit Tamara gemein hat, als ihr lieb ist. Ein aufwühlender Roman über eine Frau, die sich aufmacht, um zu verstehen und ihrem eigenen Dasein als Mutter die entscheidende Wende zu geben.
Ein Roman mit Tiefgang, hohem Identifikationspotenzial und hoffnungsvollem Ausblick.

Sarah Meyer-Dietrich, geb. 1980, wuchs im Ruhrgebiet auf, wo sie bis heute mit ihrer Familie lebt. Bereits 1999 wurde sie für das Treffen Junger Autoren ausgewählt. Für ihre Erzählungen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Förderpreis des Literaturpreises Ruhr. 2016 veröffentlichte sie ihren ersten Roman, 2017 folgte »Ruhrpottkind«, mit dem sie auf der Shortlist des Literaturpreises Ruhr stand. 2023 erschien der Kurzroman »Von hier aus kommen wir überall hin«.

Veranstalter: literaturhaus.dortmund

Tickets in €: 5,- / frei (erm.)

Lesung und Gespräch

29. September

2026

19:30 Uhr

Buchhandlung Margaret Holota, Weststraße 11, 59065 Hamm

Annika Büsing „Magisch“

Ein Neuanfang am Rande des Ruhrgebiets: Fünfzehn Jahre nach ihrer ersten Liebe treffen Marie und Magisch wieder aufeinander. Als Magisch bedroht wird, muss Marie sich ihrer Familie neu stellen.

Magisch ist zurück. Natürlich in dem Haus hinter dem Knallerbsenwall, natürlich mit einem Job, der nicht ganz legal ist, natürlich mitten in der flirrenden Hitze des Spätsommers. Und alles fühlt sich an wie in ihren besten Zeiten, als Marie und Magisch erst enge Freunde und dann die erste Liebe wurden. Mehr als fünfzehn Jahre sind vergangen, und jetzt sitzen sie unten am Feldweg bei der Pferdekoppel im Schatten der Büsche und trinken Fanta-Korn als wären sie nie weg gewesen. Doch Andi, Maries Bruder, ist auch noch da, war tatsächlich nie weg, ist mittlerweile in der Partei, und noch immer gefährlich. Als Magisch bedroht wird, ist für Marie der Zeitpunkt gekommen, die Frage nach der Brandmauer in der eigenen Familie neu zu stellen. Ein Buch von widerständiger Liebe, Geschwisterschaft, einer eigenwilligen Dorfgemeinschaft und einem Neuanfang am Rande des Ruhrgebiets.

Annika Büsing ist als Arbeiterkind im Ruhrgebiet geboren und aufgewachsen, mit einer ausgeprägten Vorliebe für Punkrock und Bücher. Nach dem Abitur schloss sie zunächst eine Ausbildung in einem Verlag ab, entschied sich dann aber, Germanistik und Theologie auf Lehramt zu studieren. Nach dem Studium zog es sie Richtung Norden, zunächst nach Island zum Jobben und Schreiben, dann nach Hamburg zum Referendariat. Inzwischen lebt sie mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen wieder in Bochum, wo sie an einem Gymnasium unterrichtet.

Veranstalter: Buchhandlung Margaret Holota

Tickets in €: 12,-

Festival, Lesung, Lesung und Gespräch

29. September

2026

19:00 Uhr

Das Plus am Neumarkt, Neumarkt 19, 47119 Duisburg

NACHSPIELZEIT: Daniela Böhle „Birgit Prinz“

Daniela Böhle machte die Rekordnationalspielerin Birgit Prinz zur stillen Heldin einer Erzählung zwischen Hinterhof und Kunstrasen.

Foto: Sandra Schuck

Als Jada im Hof kickt, greift der Nachbar ein. Ihre Nachbarin wird in diesem Moment zur Beschützerin und unfreiwilligen Mentorin. Um Jada zu trösten, erzählt sie ihr Geschichten über Birgit Prinz, die größte Fußballerin aller Zeiten. Daraus wird Bewunderung für Prinz ebenso wie für Jada. Was als Nachbarschaftsgeschichte beginnt, entfaltet sich zu einem Roman über weibliche Stärke, leise Loyalität und die Kunst, den Ball trotz aller Widerstände weiterzuspielen. Mit den Erinnerungen wird Birgit Prinz zur stillen Heldin einer Erzählung zwischen Hinterhof und Kunstrasen.

Die gebürtige Kölnerin Daniela Böhle lebt seit den 1990er-Jahren als Lektorin und Autorin in Berlin. Neben Geschichten und Hörspielen schreibt sie Romane für Jugendliche, darunter »Mein bisher bestes Jahr — Wer vorher nachdenkt, verpasst ne Menge« (Satyr Verlag 2016), und für Erwachsene, zuletzt »Überlebenstraining« (Satyr Verlag 2022).

Eintritt frei(willig) Hutveranstaltung

Das Festival für Fußballliteratur NACHSPIELZEIT findet vom 9. bis 30. September 2026 im Kreativquartier Ruhrort statt, ein Projekt im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt vom Regionalverband Ruhr mit der Kreativquartier Ruhrort UG und der Stadt Duisburg.

Veranstalter: Kreativquartier Ruhrort, NACHSPIELZEIT - Festival für Fußballliteratur

Tickets in €: frei

Alle Veranstaltungen

Neues im Magazin

Alle Beiträge

Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

hier entlang