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Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

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von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Bild und Text, Schreibwerkstatt

18. Juli

2026

11:00 Uhr

Bahnhof Langendreer, Raum 6, Wallbaumweg 108, 44894 Bochum

Manifesta 16: Off Script – „Zwischen den Zeilen, Zwischen den Welten“ Schreibworkshop mit Orli Yomi

Dieser Workshop beschäftigt sich mit den vielen Geschichten und Erfahrungen, die uns durchziehen. Durch das Schreiben und die Gestaltung von Collagen entstehen persönliche und kollektive Erzählräume.

Dieser Workshop beschäftigt sich mit den vielen Geschichten und Erfahrungen, die uns durchziehen. Mit Worten, Textzeilen und Bildern erforschen wir das Leben zwischen Sprachen, Kulturen und Orten. Durch das Schreiben und die Gestaltung von Collagen entstehen persönliche und kollektive Erzählräume.

Die Teilnehmenden sind dazu eingeladen, Songtexte, Gedichte und Bilder mitzubringen, um sich mit ihnen auseinanderzusetzen.
Der Workshop wird von Orli Yomi geleitet.

Orli Yomi ist eine in Essen lebende Lyrikerin, deren Werk von einer afro-diasporischen Perspektive geprägt ist. Sie ist bekannt für ihre einfühlsame und politisch engagierte Lyrik. Im Jahr 2025 veröffentlichte Yomi ihren ersten Gedichtband Sonnenwenden, der Themen wie Jahreszeiten, Transformation und Selbstverortung behandelt. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit schafft sie Räume für Gemeinschaft durch Lesungen und Workshops.

Der Workshop findet in deutscher Sprache statt.
Dauer: von 11 bis 15 Uhr
Anmeldung über den Ticketlink.

Diese Veranstaltung ist Teil von „Off Script“, einer Veranstaltungsreihe innerhalb des Spotlights-Programms der Manifesta 16 Ruhr. Das Spotlights-Programm der Manifesta 16 Ruhr wird in Zusammenarbeit mit Institutionen, Initiativen und Akteuren der Region entwickelt. Im Mittelpunkt stehen die Perspektiven von Menschen, deren Alltag von Diskriminierungserfahrungen geprägt ist. Durch partizipative Formate schafft das Programm Räume für Gemeinschaft, Austausch und Empowerment mittels kreativer Ausdrucksformen. In Zusammenarbeit mit dem Bahnhof Langendreer sowie der Buchhandlung Readymade.

Veranstalter: Manifesta 16 Ruhr, Bahnhof Langendreer, Buchhandlung Readymade

Tickets in €: frei

Lesung, Lesung und Gespräch

18. Juli

2026

17:00 Uhr

Metropolengarten Am Dahlbusch, 45884 Gelsenkirchen

Literaturfestival Nah und Fern: Mascha Unterlehberg „Wenn wir lächeln“

Mascha Unterlehberg erzählt die Geschichte von zwei Freundinnen, die sich gegen den Druck von außen und einer stets drohenden Gewalt bewähren müssen.

Mascha Unterlehberg, Foto: Birte Filmer

Jara steht auf der alten Eisenbahnbrücke über der Ruhr und starrt ins tiefdunkle Gewässer. Anto, die gerade noch neben ihr saß, ist in den Fluss gesprungen und taucht nicht wieder auf. Das Einzige, was Jara von hier oben erkennen kann, ist der Baseballschläger, mit dem sie in dieser Nacht ein Autofenster eingeschlagen haben und der jetzt nicht sinken will.
Als Jara zum ersten Mal auf Anto trifft, ist diese zwar die schlechteste Spielerin auf dem Fußballplatz, aber trotzdem mit Abstand die mutigste. Die beiden freunden sich an, und schnell ist klar: Ihre Schwesternschaft steht über allem – sie teilen Lipgloss, Cherry Cola und Gewaltfantasien. Jeden Abend ein neuer Plan, sie haben alles im Blick und alles im Griff. Bis ihnen Stück für Stück die Kontrolle entgleitet. Es bleibt die Frage: Wohin mit all der Wut?

In ihrem Debütroman zeichnet Mascha Unterlehberg das bestechende und kraftvolle Porträt einer zarten Freundinnenschaft, die sich gegen den Druck von außen und eine stets drohende Gewalt behaupten muss – bis es Zeit ist, zurückzuschlagen. Mascha Unterlehberg stand mit ihrem Roman „Wenn wir lächeln“ auf der Shortlist zum Literaturpreis Ruhr 2025.

Eine Veranstaltung des Literaturfestivals „Nah und Fern“, das vom 16. bis 25. Juli 2026 stattfindet.
Die Schirmherrschaft hat die Oberbürgermeisterin Andrea Henze.

Veranstalter: Metropolengarten Am Dahlbusch, Stadt Gelsenkirchen

Tickets in €: frei

Lesung, Lesung und Gespräch

18. Juli

2026

18:30 Uhr

Metropolengarten Am Dahlbusch, 45884 Gelsenkirchen

Literaturfestival Nah und Fern: Andreas Wilink „Wenn es anders wäre“

Ein Selbstbild aus Begegnungen, Beziehungen und Bezügen: In den Höhen und Tiefen einer intensiven Freundschaft und Liebe zu einem jüngeren Künstler verdichtet der Autor die eigenen Charakterprägungen.

Andreas Wilink, Foto: Judith Buss

Erzählung eines Lebens und was darin fehlt
Das komplexe Verhältnis zu einem jüngeren Mann wird zum Anlass einer bis in die Kindheit zurückreichenden Selbstbefragung. Ein weites Panorama an Begegnungen und Freundschaften öffnet den Blick auf die unabänderlich wiederkehrenden Lebensmuster. Was fehlt hier? Und warum?

Ein Selbstbild aus Begegnungen, Beziehungen und Bezügen: In den Höhen und Tiefen einer intensiven Freundschaft und Liebe zu einem jüngeren Künstler verdichtet Andreas Wilink die eigenen Charakterprägungen. Die Frage nach dem Woher und Warum führt zurück zu den Familienverhältnissen, die seinem Gefühlsleben für immer die Richtung gaben, zu all den sich nie ganz erfüllenden Lieben und zu Freundschaften, in denen sich das Eigene immer gespiegelt hat – von der Schulzeit bis in die Jahre seiner Arbeit als Journalist, die ihn sehr nah an berühmte Menschen und deren Schicksale brachte. Das Ergebnis ist eine sprachlich feinnervige und sehr persönlich erzählte Lebens- und Mentalitätsgeschichte vor dem Hintergrund der deutschen und internationalen Kulturwelt.

Eine Veranstaltung des Literaturfestivals „Nah und Fern“, das vom 16. bis 25. Juli 2026 stattfindet.
Die Schirmherrschaft hat die Oberbürgermeisterin Andrea Henze.

Veranstalter: Metropolengarten Am Dahlbusch, Stadt Gelsenkirchen

Tickets in €: frei

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Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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