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Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

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von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Festival, Literatur und Musik, Open Air

06. September

2026

16:00 Uhr

Hof der Engelsburg, Hafenstraße 44, 47119 Duisburg

HOFkultur 2026 – Nachtgedanken: Mick Haering „Wenn es Nacht wird in Ruhrort“

Mick Haering beleuchtet in seinen Liedern, Geschichten und Anekdoten die Facetten des Lebens, die nicht im Licht des geschäftigen Tages liegen.

Foto: Barbara Wedekind

„Wenn es Nacht wird in Ruhrort“ - Lieder, Geschichten und Anekdoten von und mit Mick Haering, dem Laternenanzünder
Im Dunkel der Nacht – wenn alle Katzen grau sind – kann natürlich gut munkeln sein, womöglich aber auch gut gruseln?
Der Teil des Lebens, der nicht im Licht des geschäftigen Tages liegt, lässt ganz unterschiedliche Bilder entstehen: von Gespenstergeschichten oder romantischen Liebesszenarien; von mondbegleiteter Einsamkeit oder subversiven, ja verbrecherischen Aktivitäten im Schutze der Dunkelheit; von rauschenden Party-Nächten oder dem allgegenwärtigen, die Sterne verschlingenden Lichtsmog; von alptraumgeplagter Schlaflosigkeit oder seligem Schlummer.
Wir beleuchten diese und andere Facetten der Nacht in Ruhrort und anderswo.

Mit zwielichtigen Gestalten, Nacht und Nebel-Aktionen und Schlafwandlern auf den Dächern kennt man sich in Hafenstadtteilen ja bekanntlich bestens aus!

Seit 2011 bringt die Reihe Kulturveranstaltungen in (Hinter-)Höfe im Stadtteil, die sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Bei unseren Veranstaltungen verzichten wir auf Eintrittsgelder, da wir diese Angebote für alle Menschen offenhalten wollen. Um die Reihe auch weiter zu finanzieren, geht ein Hut herum.

Bei unbeständigem oder Regenwetter finden die Veranstaltungen im „PLUS am Neumarkt“, Neumarkt 19, 47119 Duisburg statt.

Veranstalter: Kreativquartier Ruhrort

Tickets in €: frei | pay what you want

Lesung, Lyrik

06. September

2026

18:30 Uhr

Wunderland, An der Jahrhunderthalle 1, 44793 Bochum

Ruhrtriennale: Spoken Acts – Jule Weber

Jule Weber liest sie aus ihren vielfach ausgezeichneten Gedichten, die die Zerbrechlichkeit des Lebens reflektieren und das Streben nach Nähe, nach einem Zuhause, das nicht nur aus Wänden besteht.

Jule Weber, Foto: Anne Jahn

Die Lyrikerin Jule Weber (*1993) lebt und arbeitet in Bochum und gehört zu den führenden Stimmen der deutschsprachigen Spoken-Word-Szene. Seit 2009 liest sie regelmäßig vor Publikum, vielfach ausgezeichnet für Wirkung und Wortwahl; in ihren Gedichten geht es ums Verstehen, Vermissen und oft um heimische Vögel.
2023 gewann sie den Kampf der Künste Award als Poetin des Jahres, 2023/2024 war sie Darmstädter Turmschreiberin. 2025 erschien ihr Lyrikdebut „ich zeichne meinen standort auf die haut“ im Haymon Verlag, zudem ist sie gemeinsam mit Malte Küppers Host des wöchentlichen Podcast „Ich kann nicht gut mit Menschen“.

Bei der Ruhrtriennale liest sie aus ihren Gedichten, die die Zerbrechlichkeit des Lebens reflektieren, das Streben nach Nähe, nach einem Zuhause, das nicht nur aus Wänden besteht. Sie greifen nach den Momenten, die uns ausmachen – den lärmenden, den leisen, den verlorenen und jenen, denen wir zu wenig Bedeutung beimessen.

Was bewegt die junge Szene im Ruhrgebiet? Spoken Acts ist unsere Bühne für Nachwuchsautor*innen aus der Region. In diesem Format zwischen Lesung, Performance, Stand-Up Comedy und Diskurs finden ganz unterschiedliche Autor*innen auf völlig andere Arten und Weisen Worte für das, was sie umtreibt. Alle kommen aus dem Pott und nehmen in ihren Werken Bezug auf die Region.

Veranstalter: Ruhrtriennale 2026

Tickets in €: frei

Buchvorstellung, Lesung und Gespräch

06. September

2026

20:00 Uhr

Bollwerk 107, Zum Bollwerk 107, 47441 Moers

Katie Kento „Missing Page“

Ein Schreibkurs in Schottland nimmt eine blutige Wendung: In diesem packenden Jugendkrimi ermittelt die 17-jährige Toni in einem düsteren Herrenhaus.

Katie Kento, Foto: Sina Speet

Katie Kento präsentiert ihren neuen Jugendkrimi „Missing Page – Tödliche Worte“:
Die 17-jährige Toni reist nach Schottland, um am Workshop eines Bestsellerautors teilzunehmen. In dem abgelegenen Herrenhaus eröffnet der kauzige Schriftsteller den Teilnehmenden: Er will dem größten Nachwuchstalent sein Vermögen vermachen! Die Jugendlichen stürzen sich in die Textarbeit. Doch während ein Sturm sie von der Außenwelt isoliert, geschehen rätselhafte Dinge: Das Personal verhält sich seltsam, jemand geistert durch die Gänge, und es kommt zu einem Einbruch. Schlafwandlerin Toni wird nachts von Albträumen geplagt – und als der Schreibkurs eine blutige Wendung nimmt, beginnen die Grenzen zwischen Traum und Realität zu verschwimmen.

Katie Kento schreibt seit ihrem neunten Lebensjahr. Mit ihren Krimis entführt sie ihre Leserschaft in die düstere Welt der Verbrechen. Nach ihrem Bachelor in Kulturwissenschaften mit den Schwerpunkten Literatur und Medien schloss sie ihren Master in Integrated Media ab und arbeitete anschließend in einem Hamburger Verlagshaus. Inzwischen lebt und schreibt die Autorin in Oldenburg. Nach ihrem Bestseller „Hotel Ambrosia“ folgt nun Katies zweiter YA-Standalone-Krimi „Missing Page“, der im Mai 2026 auf Platz 1 der Jugendbuch-SPIEGEL-Bestsellerliste eingestiegen ist.

Einlass: 19:30 Uhr
Beginn: 20:00 Uhr
Ende: 21:30 Uhr

Veranstalter: Bollwerk 107

Tickets in €: 13,70 / € 9,30 (erm.)

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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