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verbin
–den

Garten

Der Himmel ist blau. Mit ein bisschen Feinstaub drin.

Unsere Nachbarn besitzen jetzt Hühner. Und einen neuen Grill.

Wir graben ein Loch, finden einen Gegenstand aus Metall.

Es könnte eine Granate sein. Oder doch nur ein Gegenstand aus Metall. Wir buddeln das Loch wieder zu und pflanzen Lavendel. Lavendel beruhigt.

Unsere Nachbarn besitzen einen Baum. Nicht die Nachbarn mit den Hühnern, die anderen. Und im Baum nistet eine Taube. Ohne Taube geht es nicht. Manchmal fliegt sie in unseren Garten, um das Rotkehlchen von der Teppichstange zu verjagen. Dann jagen wir die Taube davon.

Lieber das Rotkehlchen auf der Teppichstange als die Taube im Baum. So sagt man doch.

Lieber die Taube im Baum als die Granate im Blumenbeet. So sagen unsere Nachbarn.

Freunde kommen zu Besuch.

„Das ist aber ein schöner Hinterhof.“, sagen sie.

„Garten“, sagen wir. „Seht ihr nicht da vorne, den Rasen?“

Sie runzeln die Stirn und wir lassen sie am Lavendel riechen.

von Sarah Jäger

Aktuelle Veranstaltungen

Leseshow

20. Februar

2026

19:00 Uhr

dreesen-lesen Die Buchhandlung, Brackeler Hellweg 136, 44309 Dortmund

AUSVERKAUFT! Frank Goosen „Lovely Rita“

In seinem neuen Roman geht Frank Goosen in die Kneipe. Genauer gesagt ins „Haus Himmelreich“, die alte Eckkneipe, in der sich Geschichten und Schicksale kreuzen.

Frank Goosen, Foto: Maria Wolf, Bearbeitung: P. Frey / dortmund-beach.com

In seinem neuen Roman geht Frank Goosen in die Kneipe. Genauer gesagt ins „Haus Himmelreich“, die alte Eckkneipe, in der sich Geschichten und Schicksale kreuzen: Da ist das Tresencockpit mit dem Käpt’n, dem Langen und Willi Trommer, Typen, die schon seit Urzeiten hier sitzen. Da sind Gisela, die Kunstzapferin, die Wacholder-Anni mit Gottes Werkzeugkasten, Faris, der Comedian, Harry, der alte Sozialdemokrat, Carlo, der aussieht wie Cat Stevens oder auch die Gräfin, die die ganze Welt gesehen hat, aber manchmal in einem alten Song lebt. Vor allem aber ist da Rita Urbaniak, Lovely Rita, die Wirtin, die eigentlich mal was ganz anderes machen wollte, der aber dann das Leben dazwischenkam. Und ihre Schwester Chris, im Krieg geboren, die immer in der ganzen Welt unterwegs war, auf der Suche nach dem, was man so leichthin das Glück nennt.
Zwischen Herrengedeck und Weibergruppe wird vor dem Antrinken geerdet, es heißt zahlen und freundlich sein, und zwei Sechsen auch im zweiten Wurf zu einer Eins umdrehen, das geht beim Knobeln nur am Gründonnerstag.
In „Lovely Rita“ erzählt Frank Goosen gewohnt humorvoll und warmherzig über ein aussterbendes Biotop, die Kneipe.
Und ist es nicht absurd, dass die Schaumkrone auf einem Pils „Blume“ heißt, das Glas aber „Tulpe?“

Veranstalter: Buchhandlung Dreesen-Lesen

Tickets in €: 20,-

Buchvorstellung, Lesung, Lesung und Gespräch

20. Februar

2026

19:00 Uhr

Bücherträume, Prinzeß-Luise-Str. 9, 45479 Mülheim

Torsten Woywod „Mathilde und Marie“

Als die junge Französin Marie in das 390-Seelendorf in den belgischen Ardennen kommt, wird nicht nur die Natur zu neuem Leben erweckt.

Torsten Woywod, Foto: Tanja Kioschis - BTC Photography

In Redu, einem kleinen Bücherdorf inmitten der belgischen Ardennen, wird die Zeit als Freund und nicht als Gegner empfunden: Umgeben von ausgedehnten Wäldern, rauschenden Flüssen und steilen Anhöhen gibt es hier lediglich einen Fernseher, während das Internet nur zwischen 19 und 20 Uhr verfügbar ist. Dass der Kirchturm windschief in den Himmel ragt und man sein baldiges Herabstürzen befürchten muss, stört die 390 Einwohner ebenso wenig wie die gehörig aus dem Takt geratene Turmuhr. Als dann jedoch die junge Französin Marie ins Dorf kommt und der Frühling Einzug hält, wird nicht nur die Natur zu neuem Leben erweckt. Selbst die mürrische Mathilde kann sich dieser Entwicklung nicht entziehen.
Eine Liebeserklärung an den Zauber des Lesens und eine Rückbesinnung auf das, was wir im Leben wirklich brauchen.

Torsten Woywod (*1981) arbeitete als Buchhändler und im Online-Marketing, bevor er 2021 die Marketingleitung des DuMont Buchverlags übernahm. Für sein Engagement für die Buchwelt erhielt er 2015 den Young Excellence Award. Zuletzt gründete er mit seiner Freundin den Verlag WOYWOD & MEURER, dessen Debütveröffentlichung ›Leonard und Paul‹ ein Bestseller und für das Lieblingsbuch der Unabhängigen nominiert war. Mit ›Mathilde und Marie‹ legt er nun seinen ersten eigenen Roman vor.

Torsten Woywod liest aus seinem Roman „Mathilde und Marie“ und gibt exklusive Einblicke in den Entstehungsprozess des Buches sowie seinen Schreiballtag. Freut Euch auf eine fesselnde Lesung – mit der Möglichkeit, persönliche Fragen an den Autoren zu stellen und Euer Exemplar vor Ort signieren zu lassen.

Anmeldung über das Formular über den Ticketlink oder telefonisch unter 0208 / 821 461 84

Veranstalter: Bücherträume oHG

Tickets in €: VVK € 15,- / AK € 18,-

Buchvorstellung, Gespräch, Lesung, Lesung und Gespräch

20. Februar

2026

19:30 Uhr

Nicolaihaus, Nicolaistraße 3, 59423 Unna

Yvonne Zitzmann „Die geteilte Schuld“

Yvonne Zitzmann schreibt über zwei Mütter, deren existenzielle Entscheidungen jenseits und innerhalb der Berliner Mauer das Leben ihrer Kinder für immer prägen werden.

Yvonne Zitzmann, Foto: Kerstin Weinert

Sind wir für alle Zeiten mit unseren Müttern verbunden?

Frankfurt an der Oder, Ende der 1970er: Für die junge Kranführerin Tina gibt es nichts Schöneres als den grenzenlosen Blick aus der Höhe. Sie träumt davon, in den neuen Wohnblöcken Platz für sich, ihren Mann Mischa und ihr Baby zu finden. Doch die Zukunft sieht anders aus. Mischa, dessen große Leidenschaft die Musik ist, kehrt 1986 nach einem Konzert im Westen nicht zurück, Tinas Welt bricht zusammen. Als die Mauer fällt, flieht sie in ein trügerisches Glück - und lässt ihr Kind allein zurück.

Jahrzehnte später, im wiedervereinigten Deutschland, nimmt eine Autorin einen ungeliebten Job bei einer Zeitung an. Sie wird schwanger, und als sie kurz nach der Geburt vom Kindesvater verlassen wird, trifft auch sie eine existenzielle Entscheidung.

Yvonne Zitzmann schreibt voller Poesie und Menschlichkeit über Schuld und die Suche nach Versöhnung - über das, was uns seit Kindertagen gefangen hält. Bei einer Lesung im Nicolaihaus gibt sie im Gespräch mit Moderatorin Anja Hirsch Einblicke in das Buch und ihr Schreiben.

Yvonne Zitzmann wurde 1976 in Frankfurt (Oder) geboren. Nach einem Studium der Germanistik und Psychologie in Potsdam schrieb sie für verschiedene Printmedien. Seit 2010 ist sie freie Autorin und verfasst Lyrik, Prosa, Hörspiele und literarische Übersetzungen (aus dem Russischen). Ihr erster Roman "Tage des Vergessens" erhielt überragendes Presselob ("Wunderbares Romandebüt" DIE ZEIT; "Eine Entdeckung" SRF 2 Kultur). 2022 folgte der Roman "Die Füchse haben Gruben, die Vögel haben Nester". Yvonne Zitzmann erhielt 2014 den Kunst-Förderpreis des Landes Brandenburg und war 2021 für den Uwe-Johnson-Förderpreis nominiert.

Anja Hirsch ist Autorin, Journalistin, Literaturwissenschaftlerin, Life Script® Coach und Dozentin für kreatives und biografisches Schreiben. 1969 in Frankfurt am Main geboren, zum Studium nach Freiburg i. Br. mit Abstecher nach Kanada, hat sie in Germanistik promoviert und jahrzehntelang journalistisch gearbeitet, u.a. als Literaturkritikerin für die FAZ, den Deutschlandfunk und den WDR. Ihr erster Roman "Was von Dora blieb" erschien 2021. Sie lebt in Unna.

Da die Plätze begrenzt sind, wird um vorherige Anmeldung gebeten: Tel.: (02303) 96 38 50, E-Mail: info@wlb.de

Veranstalter: Westfälisches Literaturbüro in Unna e.V.

Tickets in €: frei | pay what you want

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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